Die Kreide im Raum Lengerich 

 

 

Steinbruch Lengerich

 

Im Raum Lengerich im Bereich des Höhenrückens des Teutoburger Waldes existieren einige Aufschlüsse in der Oberkreide. Viele alte Aufschlüsse sind mittlerweile aufgelassen beziehungsweise verfüllt worden. Im Abbau ist noch der riesige Steinbruch der Dyckerhoff AG am Stadtrand von Lengerich und am Westerbecker Berg.

Erste Erwähnungen der Lengericher Oberkreide finden sich bei Roemer (1859) und Schlüter in seiner Monographie der Cephalopoden (1872) ). 2007 wurde von Hiss, Kaplan & Wiese die Lithostratigraphische Einheit der Lengerich Formation eingeführt, sie umfasst das gesamte Turon

Aufgeschlossen sind im Raum Lengerich ca 310m in einem Bereich vom oberen Untercenoman (dixoni Zone) bis in das obere Turon. (germari- Zone) Die Oberkreide zeichnet sich hier durch eine besondere Mächtigkeit und durch faunistische Besonderheiten im Mittel- und Ober- Turon aus.(Kaplan 1992). Alle aufgeschlossenen Schichten gehören lithostratigraphisch zur Plänerkalk- Gruppe. Aufschlüsse des Cenoman- Mergels fehlen wie fast überall auch hier.

Im heutigen Steinbruch beginnt die aufgeschlossene Schichtenfolge im Mittelcenomanium mit dem Mittelcenomanium- Event und endet oberhalb des Micraster Events. Allerdings sind die obersten Schichten die Zone des AmmonitenPrionocyclus germarinur Teilweise bzw. nicht mehr aufgeschlossen. Das Hypanthoceras-Event und das Micraster Event sind nicht mehr aufgeschlossen.

Mittelcenomanium:

Im Allgemeinen machen die Schichten ihren Beinamen „Arme rhotomagense Schichten“ alle Ehre. Die Fossilhäufigkeit ist nicht sehr hoch. Einzig in den Bereichen um die Events lassen sich häufig Fossilien finden, hervorzuheben ist hier das Mittelcenoman- Event mitHolaster subglobus, Gamerogalerus cylindricus, Ammoniten sind nicht sehr häufig.Calzit Lengerich

Obercenomanium:

Das Obercenoman setzt direkt oberhalb des Pycnodonte baylei –Event mit dem Ammoniten Acanthoceras jukesbrownei eine. In den folgenden 30m Plänerkalken geht die recht magere Fossilführung, wenn man von Inoceramen absieht, bis zum Fazieswechel weiter.

Schwarz-Bunte- Wechselfolge:

Die  Schwarz-Bunte- Wechselfolge setzt ca 30m oberhalb des Baylei –Events mit einem Fazieswechsel ein. Die Schichten bestehen aus einer Wechselfolge von Kalkbänken, Schwarzschiefern und Mergeln. Die Kalkbänke weisen teilweise eine Rotfärbung auf.

Als Events sind hier das Plenus-,Chondrites, Neocardioceres juddii und das Ocean Anoxic Event zu nennen, eine weltweit verbreitete 13C Anomalie. Das Anoxic Event geht auf einen Sauerstoffrückgang des Tiefenwassers zurück. In den Schwarzschiefern sind vor allem Inoceramen und ab und zu Fischreste zu finden.

Unterturonium:

Mit dem einsetzen des AmmonitenWatinoceras coloradensebeginnt das das Unterturronium oberhalb des Anoxic-Events. Der Fossilgehalt wird hauptsächlich durch Inoceramen und Mytiloloides bestimmt.

Mittelturonium:

Das Mittelturonium ist auch recht Fossilarm ausgebildet, erst im Bereich der Kalkknollenlage nimmt die Fossilhäufigkeit wieder zu, Ammoniten und Echiniden sind häufiger zu finden.

Oberturonium.

Leider sind hier die Aufschlussverhältnisse nicht sehr gut. Das I. costelatus/ S. plana Event ist aufgeschlossen. Es sind die entrollten AmmonitenAllocrioceras , Scaphitenund diverse Echiniden zu finden. Höhere Bereiche sind nicht beziehungweise kaum aufgeschlossen oder nicht zugänglich.

Mineralien:

Zu finden ist Calzit, Strontianit, Baryt, Pyrit, Markasit teils in Form von Sperrkies.

Eine Bitte:

Das Betreten des Steinruches ist ohne Erlaubnis nicht gestattet. Also immer eine Genehmigung einholen.

Ein Paar Grundregeln: Helm, feste Schuhe, kein Werkzeug, Müll und anderes zurücklassen