Das Karbon

Das Karbon wurde bereits 1922 von Conybeare und Phillips in England als geologisches System eingeführt. Namens gebend waren die weltweit auftretenden Kohleflöze. Es begann vor 359 Mio. Jahren und dauerte ca. 60 Mio. Jahre. 

Geologie 

Cyclotherm

Das Auftauchen des Karbons  ist für unsere Region recht auffällig, liegt es doch normal ca 1000m tief und sinkt nördlich des Wiehengebirges auf mehrere 1000m ab. An drei voneinander unabhängigen Stellen kommt es an die Oberfläche: Piesberg, Schafberg und dem Hüggel. Die Heraushebung des Karbons aus dem Untergrund hängt eng mit der Saxonischen Bruchtektonik in der oberen Kreide zusammen. 

Im Karbon kam es zu größeren Plattentektonischen Veränderungen, Gondwana, Laurussia, Sibirien bildeten fortan den Superkontinent Pangäa (Schmidt & Walter 1990). Im Zuge der Kollision kam es zu variszischen Orogenese (Gebirgsbildung) In einem Gürtel von Mitteleuropa bis Nordamerika (Beide Kontinente gehörten im Karbon zu einer Masse).

Zeugen dieser Gebirgsbildung sind in Europa unter anderem : der Harz, das Rheinische Schiefergebirge, Ardennen, Erzgebirge, Vogesen, Böhmische Masse und der Schwarzwald. In Nordamerika zeugen heut noch die Appalachen und die Blue Ridge Provinz von dieser Zeit. Die  sich bildenden Vorsenken der Gebirge nahmen den Abtragungschutt der Gebirge auf, in anderen Phasen kam es zu Bildung von Kohlflözen.

Die Karbonablagerungen des Osnabrücker Berglandes wurden in einem Vorlandbecken das sich vom heutigen England bis nach Polen erstreckte abgelagert. Vermutlich wurde unser Gebiet zum Ende des Karbons mit in die Variszische Gebirgsbildung einbezogen, die obersten Schichten des Karbons das Stephan wurde hier nicht abgelagert oder sind Erodiert worden.

Zu Tage stehen im Osnabrücker Bergland Gesteine des Westphal C und D an, sie bestehen  aus einer Wechselfolge aus Ton,- Schluff,- Sand-Steinen und Kohleflözen, den Zyklothemen. Der zyklische Aufbau dieser Schichten ist weltweit anzutreffen. Es gibt zwei Erklärungsversuche für Zyklotheme, die erste bringt diese Erscheinung mit weiträumigen orogenen Zyklen (Petrascheck 1992) in Zusammenhang. So haben orogen induzierte Oszillationen eine wiederholte, langsame Absenkung und somit eine mächtige Torfablagerung zur Folge. Die zweite geht von einem zyklisch schwankenden Meeresspiegel aufgrund von Vereisungen an den Polen aus. Die Erde befand sich zum Ende des Karbons in einer Kaltzeit