Devon-Geschiebe mit Vertebraten-Reste

 

Die Saale-Eiszeit hat im gesamten Norddeutschen Raum ihre Spuren hinterlassen. Die im Drenthe-Stadium zurückgelassenen Sand- und Kiesablagerungen heben sich auch heute noch überall markant aus dem Gelände.  Durch den Abbau werden in allen Kieswerken immer wieder devonische Geschiebe zu Tage gefördert. Meist handelt es sich um „Kugelsandsteine“ aus dieser Zeit, aber es kommen auch Sandsteine, sogenannte Flaser beddingvor. In diesem Bericht sollen nun diese Gesteine, Kugelsandsteine zusammen mit Fossilfunden vorgestellt werden.

Warum diese Kugelsandsteine ins Devon gestellt werden, hat eine lange Geschichte. Schon 1879 beschreibt ein Herr Dr. Jentzsch etwas über kugelige Sandsteine aus Ostpreußen im Jahrbuch der Königl. Geol. Landesanstalt. Alle im Geschiebe vorkommenden Kugelsandsteine stellte Dr. Jentzsch in das devonische Zeitalter. Aber schon 1883 wurden diese Jentzsch’n Kugelsandsteine von Fritz Nötling in ihrer Zeitstellung in Frage gestellt.  

Der Sandstein ist in Teilen dickbankig oder weist eine Schrägschichtung auf. Seine Farbe variiert von hellgrün bis rötlich oder ist hellgelbbraun dazu karbonatfrei verwittert. Das Gestein zeigt alle Merkmale für Rinnenfüllungen und Deltaablagerungen. Auch lassen sich Lagen mit größeren, gerundeten Quarzkörnern oder Tongallen (ordoviz- und silurischen Ursprungs) beobachten. Hier handelt es sich um Sohlekonglomerat aus aufgearbeiteten Kalksteinen und Grundgebirgsstein häufig in Mischung mit Wirbeltierresten. Der Feinsandstein ist oft von einem hohen Anteil an Glimmerplättchen durchsetzt. Neben Wirbeltierresten kommen auch Pflanzenreste vor. Wirbeltierreste in diesen Sandsteinen sind oft von bräunlicher Farbe können aber auch schwarz sein.

 

 

Abtragungsgebiet im Devon
Abtragungsgebiet im Devon
 

Das Sedimentationsgebiet ist Teil des Erosionsraumes vom Fennoskandischen Schild. Dieses Becken lag im Bereich der heutigen baltischen Länder und wurde während des mittleren bis oberen Devons mit terrestrischen Sediment gefüllt. Die Wirbeltiere im Sedimentationsgebiet waren an Süßwasser, Brackwasser und stenohalinem Wasser angepasst. Herkunftsgebiet der verschiedenen Geschiebe, liegt also in den baltischen Ländern, wo man auch diese Sandsteine noch anstehend vorfindet.

 

 

Sedimentgestein

 

Kugelsandstein Kugelsandstein
Deltasandstein

Kugelsandsteine (angedeutete Multi-Konkretionen)

Siltstein mit Milch- und Rauchquarz Kies Siltstein mit paläozioschen Konglomerat
Sedimentsteine mit leicht abgerollten Milch- und Rauchquarz Kies, oder mit postsilurischem Konglomerat;

 

Flaser bedding
Der Siltstein weist eine Schrägschichtung auf, diese deutet auf Deltaablagerungen hin
 

 Knochenteile von Tristichopteridae oder Holoptychiidae

 

 Tetrapoden Knochen und Zahnkrone Knochen und Zahnkrone

Knochenteile und Zahnkrone (unpräp.);
 
  
Tetrapoden-Zahnkrone
Detailaufnahme der abgebrochenen Zahnkrone

 

Deltasandstein
Eine weitere Zahnkrone von Tristichopteridae oder Holoptychiidae
 
 

 Osteolepidae Schuppen

 

Deltasandstein Deltasandstein
Osteolepidae-Schuppen (Dermal-Seite)
 
Deltasandstein Deltasandstein
Osteolepidae-Schuppen
 
 
Palaeoniscidae Schuppen
 
Palaeonicidae Schuppe  Deltasandstein mit Paleoniscidae Schuppe
Palaeonisciden haben nur einfache Schmelzschuppen
 

Placodermi Knochenplatten 

 Deltasandstein Median dorsal Platten (Dermal-Seite) von Asterolepis sp.

 
 
Deltasandstein Placoderme - Panzerplattenrest
Panzerplattenreste von Placodermi
 
 
Knochen von Acanthodidae
 
 
Fischreste - Teil eines Flossenstachels
Flossenstachel eines Acanthodidae
 
Deltasandstein
Plattenteil aus dem Kopfbereich eines Actinopterygii oder Acanthodii
 
Deltasandstein
Teile von Rippenknochen
  
Deltasandstein    Deltasandstein
Brachiopode (Lingulida) Bicarinatina bicarinata
 
 
Deltasandstein
Unbenannte Muschel

 

 

Pflanzenspuren im Devon Sandstein

Die Abdrücke im oberen Teil des Bildes stammen von inkohlten pflanzlichen Resten, die Kohle ist ausgewaschen.

 

 

 Ertstellt: 12. ‎Januar ‎2017